hochmaligner Nierentumor des Kindesalters. Mit ca. 1 : 8 000 Kindern ist der Wilms-Tumor der häufigste bösartige Nierentumor, gleichzeitig einer der häufigsten Tumoren des Kindesalters überhaupt. Wenngleich angeboren, liegt sein Manifestationsgipfel im 3.–5. Lebensjahr. Tochtergeschwülste entstehen eher spät, betroffen ist v. a. die Lunge.
Befund: Meist äußert das Kind keine Beschwerden, einziger, oft zufälliger Befund ist eine schmerzlose Schwellung im Bauchraum. Kolikartige Bauchschmerzen oder Blut im Urin (Hämaturie) entstehen durch verdrängendes Tumorwachstum in die ableitenden Harnwege. Die Diagnose erfolgt klinisch sowie durch Ultraschalluntersuchung und Ganzkörpercomputertomografie oder Kernspintomografie zum Ausschluss von Tochtergeschwülsten. Vor Behandlungsbeginn wird außerdem die Nierenfunktion überprüft. Eine Gewebsentnahme ist streng kontraindiziert, da dabei Tumorzellen ausgesät werden können.
Behandlung: Klassifiziert wird der Wilms-Tumor nach einer spezifischen Wilms-Tumor-Klassifikation in die Stadien I–V, die therapeutische und prognostische Bedeutung haben. Die Behandlung erfolgt in den Stadien I und II durch eine komplette operative Tumorentfernung plus Chemotherapie (nicht bei Kindern unter 6 Monaten), in den Stadien III und IV, bei denen bereits eine Tumorzellaussaat stattgefunden hat, zusätzlich durch Bestrahlung. Das Stadium V bezeichnet einen beidseitigen Befall, die Behandlung richtet sich nach der Ausdehnung. Die Behandlungsaussichten sind außerordentlich gut; im Stadium I werden fast alle, insgesamt mehr als 85 % aller Betroffenen geheilt.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 09.02.2012
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